Gewohnheit und Veränderung sind wie zwei Seiten einer Medaille.
„Bestand und Wandel müssen zusammen, als eine Gestalt, gesehen werden. Die meisten Theorien handeln von dem einen oder dem anderen Begriff, kaum je aber von ihrer gegenseitigen Abhängigkeit. Oder anders ausgedrückt neigen diese Theorien dazu, entweder Bestand oder Invarianz als einen naturgegebenen Zustand zu betrachten, der keiner näheren Erklärung bedarf, und den Wandel daher als das zu erforschende Problem; oder aber umgekehrt, dass Wandel der natürliche Lauf aller Dinge ist und daher Invarianz und Beharren der Erklärung bedürfen.“
(Watzlawick im Vorwort zu seinem Buch Lösungen)
Einen ersten Einstieg in dieses Thema finden Sie auf diesen Seiten unter:
>>> Grundlagen Bekanntes & Neues
Da wir es im Coaching in der Regel immer mit einem Ist-Zustand und einem Soll-Zustand (Wunsch nach Verbesserung) zu tun haben, ist auch immer Gewohnheit und Veränderung das Kernthema. Daher wollen wir diesen Bereich nach und nach immer mehr ausbauen. Dazu werden wir die verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen heranziehen.
Gewohnheit
Was wir tun, hängt im wesentlichen von zwei Faktoren ab:
von Gewohnheit, also in irgendeiner Weise Handlungsmuster die erfolgreich waren, sowie
von der Wahrnehmung des Gegenwärtigen und Entscheidungen die wir danach treffen. Gewohnheiten sind grundsätzlich weder schlecht noch gut. Unser tägliches handeln wird überwiegend durch Gewohnheiten bestimmt. Wir erliegen gern der Illusion, dass wir unser Handeln in der Regel bewusst (vernunftsgeformt) gestalten. Wir vergessen gerne dabei, dass erst die Gewohnheit uns befähigt unseren Tag zu gestalten und herausragende Leistungen zu erbringen. Währen wir ständig damit beschäftigt bewusst zu handeln, würden wir nicht einmal die einfachsten Dinge ausführen können, da unser Gehirn und Bewegungsapparat dem nicht gewachsen ist.
Wir können davon ausgehen, dass Gewohnheiten zur Zeit der Entstehung immer einen positiven Nutzen für uns beinhalten, da sie sich sonst nicht etabliert hätten. Wir sprechen von guten Gewohnheiten, wenn sie uns heute noch nützlich sind und auch langfristig keine wesentliche Nachteile (z.B. Folgen des Alkoholkonsums, Rauchens) zeigen. Wir sprechen von schlechten Gewohnheiten (Eigenschaften), wenn sie kurz oder langfristig negative Auswirkungen haben oder wenn sie der gegenwärtigen Moral zu wieder laufen.
(Klaus Grieblinger, Coaching Pool)
Bewegung, Entwicklung, Veränderung
Bewegung
Bewegung bedeutet Veränderung der Position, sich von einem Ort zum Anderen zu verlagern (bewegen). Bewegung bedeutet dann auch, dass es nach der Bewegung anders ist als vor der Bewegung. Das wesentliche für die Wirkung ist die Veränderung
Entwicklung
Veränderung
Veränderung ist ein Geschehen, auf welches wir in der Regel nach einem bestimmten, wahrgenommenen Ergebnis rückschließen. Sie ist ein Prozess, den wir durch Verhaltensweisen oder Maßnahmen in Gang zu setzen versuchen. Beschreiben werden wir Veränderung dann durch den Vergleich von Anfangs- und Endzustand. Im Coaching gilt also die Aufmerksamkeit der Zeitspanne zwischen Anfangs- und Endzustand.
In jedem Anliegen, das einem Coach vorgetragen wird, geht es um Veränderung. „Ich möchte wieder Erfolg in meinem Beruf haben...“; „Für diese Situation muss ich mein Handlungsrepertoire erweitern, ich weiß nicht, wie ich hier reagieren soll...“; „Ich möchte meine berufliche Ausrichtung und meine Hauptinteressen finden...“ ; „Wie soll ich mich bei der neuen Firma präsentieren...“ etc.
Jede Frage beinhaltet einen „Anfangs-“ und einen (vorgestellten) „Endzustand“. Haben Sie es herausgehört?
„Ich möchte wieder Erfolg in meinem Beruf haben...“
Implizierter Anfangs(=Ist)-Zustand:
Jemand hat (oder erlebt) gerade keinen Erfolg
End(=Soll)-Zustand:
Jemand hat Erfolg (erlebt sich als erfolgreich)
Dazwischen läge der Prozess der Veränderung:
Das Anliegen des Klienten gründet sich auf die Frage: Wie komme ich von hier nach dort? Dieser Prozess kann in der Arbeit mit dem Coach stattfinden bzw. begonnen werden.
Der Klient ist Experte für den Inhalt und das Ziel.
Der Coach ist Experte für den Prozess.
Coaching beinhaltet für alle Beteiligten Risiko und Wagnis. Es gilt, alte Muster zu verabschieden und Zeiten des Noch-Nicht-Wissens und –Könnens zu überstehen.
Die Arbeit beginnt, indem der Klient seine Beteiligung sowohl am Zustandekommen der Ausgangssituation (Ist-Zustand) als auch sein Handlungspotential im Hinblick auf sein Ziel (Soll-Zustand) erkennt und akzeptiert.
Bitte setzen Sie Beteiligung und Verantwortlichkeit nicht mit schuldhaftem Verursachen gleich. An dieser Stelle können Missverständnisse entstehen.
Verantwortlichkeit ist ein sensibles Thema. Es verlangt, dass Sie selbst Ihre Standpunkte kennen bzw. bilden. Stimmen Sie mir zu, wenn ich Sie als verantwortlichen Gestalter Ihres Lebens anspreche?
Quelle: (Begleitbuch zur Ausbildung der Coaching Pool GmbH, Text Petra Dietrich)
„Veränderung bedeutet Wandel, bedeutet Möglichkeit zur Entwicklung“
(Klaus Grieblinger, Coaching Pool)
„Kühner als das Unbekannte zu erforschen kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.“
(Kaspar)
„... uralter Widerspruch zwischen Bestand und Wandel in menschlichen Begebenheiten – oder genauer ausgedrückt, mit der Frage wie Lebensprobleme entstehen und wie sie gelöst werden können, während andere sich bis zur Unlösbarkeit komplizieren. Unser Buch (Lösungen) versucht also zu prüfen, wie es paradoxerweise dazu kommt und Logik manchmal scheitert, während unlogische und unvernünftige Maßnahmen zur erhofften Lösung führen.“
(Watzlawick im Vorwort zu seinem Buch Lösungen)
„Es ist nicht gesagt, dass es besser wird, wenn es anders wird.
Wenn es aber besser werden soll, muss es anders werden.“
(Georg Christoph Lichtenfels)
„Bestand und Wandel müssen zusammen, als eine Gestalt, gesehen werden. Die meisten Theorien handeln von dem einen oder dem anderen Begriff, kaum je aber von ihrer gegenseitigen Abhängigkeit. Oder anders ausgedrückt neigen diese Theorien dazu, entweder Bestand oder Invarianz als einen naturgegebenen Zustand zu betrachten, der keiner näheren Erklärung bedarf, und den Wandel daher als das zu erforschende Problem; oder aber umgekehrt, dass Wandel der natürliche Lauf aller Dinge ist und daher Invarianz und Beharren der Erklärung bedürfen.“
(Watzlawick im Vorwort zu seinem Buch Lösungen)
Systemtheorie nach Watzlawick
Veränderung 1. Ordnung:
Wechsel von einem internen Zustand zu einem anderen innerhalb eines selbst invariant bleibenden Systems.
Veränderung 2. Ordnung:
Wechsel, der das System selbst ändert.
„... Wir sehen also, dass sich die Varianz einer Gruppe nur auf Veränderungen erster Ordnung erstreckt ( das heißt: auf die Veränderungen von einem Gruppenelement zu einem anderen, wobei tatsächlich alles um so mehr beim Alten bleibt, je mehr es sich ändert), dass die Gruppe aber den Phänomenen des Wandels zweiter Ordnung (also den Veränderungen ihrer Struktur und ihrer internen Regeln) gegenüber offen ist . ... ....jeder Wandel zweiter Ordnung eine Diskontinuität oder ein logischer Sprung ist, so steht zu erwarten, dass die praktischen Manifestationen jedes Wandels zweiter Ordnung so unlogisch und paradox erscheinen dürften, wie die Entscheidung des Kommandanten der Hochosterwitz, seine letzten Nahrungsmittel weg zuwerfen, um der Aushungerung zu entgehen.“
Die Geschichte des Kommandanten der Hochosterwitz
„Als die Herzogin von Tirol, Magareta Maultasch im Jahre 1334 die Kärntner Burg Hochosterwitz, die hoch über dem Talboden einen steilen Felskegel krönt, ein schloss, war es ihr klar, dass die Festung nicht im Sturm, sondern nur durch Aushungerung bezwungen werden könne. Im Laufe der Wochen wurde die Lage der Verteidiger dann auch kritisch, denn ihre Vorräte waren bis auf einen Ochsen und zwei Säcke Hafer aufgebraucht. Doch auch Magaretas Lage war inzwischen schwierig geworden: Die Moral ihrer Truppen verlotterte, das Ende der Belagerung war nicht abzusehen. Zudem hatte sie sich noch andere, viel versprechende militärische Ziele gesetzt. In seiner Zwangslage entschloss sich der Verteidiger der Burg zu einer Kriegslist, die seinen eigenen Leuten als selbstmörderisch erscheinen musste; er befahl, den letzten Ochsen zu schlachten, seine Bauchhöhle mit der verbliebenen Gerste voll zu stopfen und ihn dann über die steile Felswand auf eine Wiese vor das feindliche Lager herunter zu werfen. Wie erhofft überzeugte diese höhnische Geste Magareta von der Zwecklosigkeit, die Belagerung fortzusetzen, und sie zog ab.“
Die praktische Perspektive:
„Während es rein theoretisch verhältnismäßig einfach ist, klar zwischen Veränderungen erster und zweiter Ordnung zu unterscheiden, kann diese Unterscheidung in praktischen Fällen manchmal äußerst schwierig sein. Das Außerachtlassen dieses Unterschieds und die sich daraus ergebende Konfusion der beiden Formen des Wandels kann daher zu Lösungsversuchen führen, die nicht nur die gewünschte Änderung nicht herbeiführen, sondern das zu lösende Problem vollends unlösbar machen.“
Mehr desselben oder : Wenn die Lösung selbst das Problem ist.
Wenn es Winter wird, heizen wir, wenn die Temperaturen weiter sinken, heizen wir mehr und haben so wieder für uns angenehme Temperaturen. Hier funktioniert die Lösung durch mehr desselben.
„Der Alkoholismus ist ein ernstes soziales Problem. Aus diesem Grunde ist es notwendig, den Alkoholkonsum einzuschränken. Wenn das Problem damit nicht behoben ist, führt mehr derselben Einschränkung zum extremen Lösungsversuch der Prohibition. Doch das Heilmittel Prohibition erweist sich als das größere Übel als die zu behandelnde Krankheit: die Trinksucht steigt, illegale Schnapsfabriken kommen auf, die Unreinheit des dort gebrannten Fusels macht das Trinken noch mehr zu einem öffentlichen Gesundheitsproblem ....“
... dass ganz ähnliche Komplikationen für die Hartnäckigkeit und Verschlimmerung vieler Alltagsprobleme verantwortlich werden, sobald der sogenannte gesunde Menschenverstand zur Schlussfolgerung gelangt, eine unangenehme Situation könne durch die Einführung ihres Gegenteils behoben werden.
"Lösungen zweiter Ordnung werden auf Lösungen erster Ordnung angewandt, wo diese nicht nur keine Lösung herbeiführen, sondern selbst das zu lösende Problem darstellen."
"Während Lösungen erster Ordnung sich meist auf gesunden Menschenverstand gründen (z.B. auf das „mehr desselben“-Rezept), scheinen Lösungen zweiter Ordnung häufig absurd, unerwartet und vernunftwidrig; sie sind ihrem Wesen nach überraschend und paradox."
"Dass Lösungen zweiter Ordnung sich auf Problem erzeugende Pseudolösungen beziehen, bedeutet ferner, dass damit die zu lösenden Probleme jetzt und hier angegangen werden. Was dabei verändert wird, sind die Wirkungen und nicht die vermeintlichen Ursachen der betreffenden Situationen; die entscheidende Frage ist daher Was und nicht Warum."
"Lösungen zweiter Ordnung heben die zu lösende Situation aus dem paradoxen, selbstbezüglichen Teufelskreis heraus, in den sie die bisherigen Lösungsversuche geführt haben, und stellen sie in einen neuen, weiteren Rahmen."
(Auszüge aus dem Buch Lösungen von Watzlawick)
Für den Ablauf von Veränderungsprozessen gibt es verschiedene Bilder. Wir werden hier Beispielhaft einige nennen. Wir bitten um etwas Geduld, da wir diesen Inhalt gerade erarbeiten
Entwicklung
Entwicklung meint wertfrei gesehen nichts anderes als Veränderung. Bei Entwicklung meinen wir aber häufig nur die Veränderung die positiv von uns interpretiert wird. z.B. „Jemand hat sich ganz schön entwickelt“. Entwicklung wird daher oft nur gesehen, wenn sich die Veränderung in eine Richtung bewegt, nämlich positiv oder steigend.
Die Kindliche Entwicklung
Die berufliche Entwicklung
Die persönliche Entwicklung
Die Entwicklung von Organisationen und Systemen
Der Lebenszyklus
Was sind die Rahmenbedingung für Entwicklung oder Veränderung
- Energie
Da Veränderung sich immer durch einen neuen „ungewohnten“ Prozess auszeichnet, stellt diese eine besondere Herausforderung dar. Neue Herausforderungen oder Handlungsabläufe gehen immer gegen gewohnte Abläufe. Um die nützliche Trägheit an Gewohnheiten festzuhalten (Ökonomie) zu überwinden ist Energie und Bereitschaft erforderlich. Sie kennen dies sicherlich von sich selbst sehr gut. Wenn Sie ausgepowert und abgespannt sind, dann kann die kleinste Abweichung vom Gewohnten Sie aggressiv „machen“ (werden lassen). Sie versuchen das gewohnte beizubehalten und so Energie zu sparen, auch wenn diese Reaktion mittel- oder langfristig deutlich mehr Energie kostet (Konflikte, negative Auswirkungen....). Dies liegt da dran, dass unser Unterbewusstes versucht kurzfristig einen gewohnten stabilen Zustand zu erreichen oder zu erhalten. Daher finden oftmals die großen Veränderungen und Entwicklungen dann statt, wenn wir durch eine tiefe Krise gehen. In der Krise kann es sein dass durch festhalten an Gewohntem kein stabiler Zustand mehr zu erreichen ist und wir dann nach einem neuen möglicherweise stabilen Zustand uns orientieren.
Daher ist es für gesunde Veränderungsprozesse wichtig, dass Sie auf ihre innere Energie achten und bei bedarf inne halten. - bei sich sein
- Impuls
- Das Loslassen
- Veränderung aus Gewohnheit
- u.a.
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